Aktuell    aktualisiert am  6. Oktober 2023   

 
Artikel von Anita Eichholz in Schaudichum Nr. 39, Michaeli 2023

Anita Eichholz

Offene Türen bei der Giech’schen Spitalstiftung – Kulturgut weiterhin verschlossen?




Um in das Institut für Fränkische Landesgeschichte (IFLG) im historischen Künßbergbau zu gelangen, kann man am Eingang an der spiegelnden Fassade den Gläsernen Lift nehmen oder auch die steinerne Wendeltreppe. Offizielle Einweihung des aufwändig sanierten Baus, des heutigen Nordflügels des Thurnauer Schlosses, war am 28. April 2023. Staatsminister Markus Blume betonte in seiner Festrede im Kutschenhaus: „Thurnau ist der perfekte Ort für die Fränkische Landesgeschichte. Aus den nordbayerischen Denkmälern sticht Thurnau heraus, eine Schlossanlage von nationaler Bedeutung, die viele Epochen umfasst – Gotik, Renaissance, Barock und Neobarock“. Jeder Cent sei hier gut investiert. Bürgermeister Martin Bernreuther sprach zuvor von 8 Mio. Euro, die in die Sanierung flossen. Rund 4 Mio. kamen vom Bund, weitere Millionen vom Freistaat Bayern sowie der Oberfrankenstiftung.

Professor Stefan Leible, Universitätspräsident der Uni Bayreuth, dankte dafür, dass nun die Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg möglich sei – zweier Universitäten, die die Identität des Landes stärken. Thurnau eröffne damit den Blick aus Franken hinaus in die Welt. Institutsleiter Professor Martin Ott meinte in seiner Dankesrede, egal ob der Himmel blau oder grau sei – es goss gerade in Strömen – Schloss Thurnau böte, wie es seine historische Bestimmung sei, Schutz und Schirm: „Wer im Institut durch den Glasgang geht, dem erschließt sich eine andere Welt. Es ist ein magischer Ort, von dem ein Zauber ausgeht, der auch mit der Zeit nicht verfliegt.“

Erstaunlicherweise nannte keiner der Redner die drei Adelsfamilien beim Namen, die diese „herausragende Schlossanlage“ erbauen ließen: die Förtsch von Thurnau und die Herren von Künßberg und Giech. Seit die Gräflich Giech’sche Spitalstiftung 1972 das Eigentum am Schloss übertragen bekam, gehören ihr die Bauten der Anlage, nicht aber der einstige Inhalt. Der Großteil der historischen Giech’schen Sammlungen befindet sich seit Jahrzehnten in Kisten und Kasten verpackt, nicht fachgerecht gelagert und gesichert, jedenfalls nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Und dies entgegen den Bestimmungen der Sammlungsgründer, der Grafen Hermann (1791-1846) und Carl (1795-1863) von Giech. Die geschichtsbewussten Brüder legten per Hausgesetz 1855 die Statuten für den Umgang mit ihrem Privatmuseum fest, bindend auch für nachfolgende Generationen. Durch Heirat der „letzten Gräfin“ Caroline Giech (1881-1968), einer Anthroposophin, gelangten die Sammlungen in die Obhut der Familie Hiller von Gaertringen. Dementsprechend legte auch Carolines Sohn Karl Gottfried Freiherr Hiller von Gaertringen (1906-1944) testamentarisch die „Unveräußerlichkeit“ der Sammlungen fest. Zudem setzte er seinen Sohn Johann Christian und seine Tochter Verena – zu gleichen Teilen – als Erben ein. Eine lebenslange Verantwortung für die Geschwister, die ohne ihren im 2. Weltkrieg gefallenen Vater aufwuchsen.

Landrat Klaus Peter Söllner, Vorstandsvorsitzender der Gräflich Giech’schen Spitalstiftung, und nicht nur er, bemühte sich durchaus, auch mit den Nachfahren des letzten Schlosseigentümers Johann Christian Hiller von Gaertringen (1941-2008) eine Lösung zu finden. Als großes Handicap erwies sich allerdings stets, dass allein die in der Machbarkeitsstudie von 2019 berechneten Kosten für die fachgerechte Aufbewahrung des Sammlungsgutes sehr hoch sind. Landrat Söllner hält fest: „Da die Stiftung zwar mit vielen Hilfen staatlicher Stellen, der Oberfrankenstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Sanierungen unterstützt worden ist, aber über keine nennenswerten eigenen Finanzmittel verfügt, kann sie auf absehbare Zeit keine finanziellen Beiträge zu einem Depot oder zur Darbietung der privaten Gegenstände leisten. Wenn ein für die Stiftung nahezu kostenneutrales, schlüssiges Konzept zur Ausstellung und zur Finanzierung der Maßnahme vorliegt, wird sie sicher die Thematik positiv begleiten.“

Bei der Einweihung des Nordflügels von Schloss Thurnau durften sich die Festgäste in den Räumlichkeiten des IFLG umsehen. Mit ihren Forschungsprojekten leisten die Universitäten Bayreuth und Bamberg den Wissenstransfer in die Gesellschaft hinein. Seit dem 19. Jahrhundert war das umfangreiche Giech’sche Familienarchiv, das sich heute im Staatsarchiv Bamberg befindet, im Nordflügel untergebracht. Einst Bestandteil der Sammlungen, ist das Familienarchiv nun für Benutzerinnen und Benutzer im Bamberger Staatsarchiv zugänglich, zunehmend auch digital.

Aber gehören nicht die verschlossenen, in privater Hand befindlichen Sammlungsbestände zur Forschungsarbeit an diesem „perfekten Ort“ dazu?

Im Turmzimmer des Künßbergbaus zur Marktseite hin (in der Abb. oben links), treffe ich auf Prof. Dr. Astrid Swenson, Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Geschichtskulturen an der Universität Bayreuth. Das stuckverzierte ehemalige Musikzimmer ist ihr Büro. Nachdem Euchar von Künßberg (1695-1739) im Jahr 1731 seine Anteile an der Herrschaft Thurnau an die Giech verkauft hatte, ließ Graf Christian Friedrich Carl (1729-1797) in diesem nordwestlichen Wehrturm einen Bibliotheksraum und im 2. Stock ein Musikzimmer im Rokokostil errichten. Die Stukkateure sind der aus Bamberg stammende Andreas Lunz und Martin Göttling. Wie würde Professor Swenson die Erforschung und Bewahrung des kulturellen Erbes an diesem historischen Ort angehen?

„Wir wollen kein Lagerhaus für Artefakte sein, sondern eine aktive Rolle bei Bildung und sozialem Zusammenhalt spielen. Wenn ein gutes Konzept vorliegt, kann es gelingen, staatliche, nicht-staatliche und private Sponsoren zu gewinnen. Ich arbeite an Ideen für das Sammlungserbe und Thurnau als Lehrmuseum, die Entwicklung dauert aber noch an.“

Karl Hiller von Gaertringen von 2011 bis 2021 zugewähltes Mitglied im Stiftungsrat der Gräflich Giech’schen Spitalstiftung, kann sich eine Wechselausstellung mit Porträtbildnissen im Ahnensaal vorstellen. Wenn es konkret um die Finanzierung geht, werden Pläne allerdings schnell unrealistisch.

Was den Grafen Giech im 19. Jahrhundert in Thurnau an privatem Museumsbetrieb gelang, müsste das im Kulturland Bayern im 21. Jahrhundert nicht auch möglich sein? Wie der Wissenstransfer damals funktionierte, zeigt das in den Giech’schen Sammlungen enthaltene dreibändige Besucherbuch aus den Jahren 1857 bis 1938. Wer anständig gekleidet war, egal ob einfacher Bürger oder hoher Adel, durfte nach Anmeldung das Schlossmuseum betreten. Ein demokratischer Gedanke, seiner Zeit weit voraus. Die letzten Einträge stammen vom 10. August 1938.

Vor drei Jahren schickte mir Hans Georg Hiller von Gaertringen freundlicherweise ein Foto der Doppelseite aus dem ersten Band dieses Besuchersbuchs. Schon lange vermutete ich, dass König Otto und Königin Amalie von Griechenland mit dem Grafen und der Gräfin Giech in Verbindung standen. (Anita Eichholz, Der Griechische Hofstaat zu Bamberg, in: Von Athen nach Bamberg, München 2002, S.149-184) Aber erst das Besucherbuch belegte meine Annahme. Auf der linken Seite finden sich Einträge von Besuchern aus Thurnau, Bayreuth, Kulmbach, aber auch aus weiter entfernten Orten wie Kirchenlanitz, Oberrodach und Nürnberg. Auch ein Ministerialrat aus München trug sich ein.

Während in München der junge bayerische König Ludwig II. (1845-1886) seine Schlösser entwarf, nur für sich allein und seine Gedankenwelt, taten sich in Thurnau die Pforten auf. Ludwig hatte seinen Onkel Otto und seine Tante Amalie, die seit 1863 in Bamberg im „Exil“ lebten, eingeladen, die Sommermonate im musenbewegten Bayreuth zu verbringen.

Wie das Bayreuther Tagblatt vermeldet, trafen die exilierten griechischen Majestäten am 7. August 1865 mit dem Ostbahnzug am Bahnhof Bayreuth ein. In der Hofequipage ging es weiter zu ihrem Domizil, der Eremitage, die ihnen Ludwig zur Verfügung gestellt hatte. Ihr Kgl. Marstall mit ungefähr 30 Pferden war schon ein paar Tage vorher aus Bamberg eingetroffen.

Nach kurzer Erholungspause machten die Majestäten zusammen mit dem Großherzogspaar von Oldenburg einen ausführlichen Stadtrundgang, nachmittags fuhren sie nebst Gefolge zum Schloss Fantaisie. Täglich brachen sie nun zu Unternehmungen auf, besuchten die Oper, das Theater, wohnten Musikaufführungen bei und zeigten sich der Bevölkerung. An Ludwigs Geburtstag am 25. August übernahmen sie die Repräsentationspflichten für den öffentlichkeitsscheuen Monarchen. Nach dem kirchlichen Gottesdienst begaben sie sich in das Neue Schloss Bayreuth. Vom Balkon aus nahmen sie eine Parade von Infanterie-Regiment, Kavallerie und Landwehr mit den dazu gehörigen Musikchören ab. Anschließend baten sie die Offiziere zum Empfang.

Am folgenden Tag, bei der feierlichen Enthüllung des Prinz-Albert-Denkmals auf dem Coburger Marktplatz in Anwesenheit der aus England angereisten Queen Victoria und fast aller ihrer Kinder, waren Otto und Amalie nicht zugegen. Großherzog Peter von Oldenburg, ein Halbbruder Amalies, berichtete ihnen jedoch davon. Die Exil-Majestäten hatten ein anderes Ausflugsziel anvisiert. Am 27. August 1865 fuhren sie mit Gefolge nach Thurnau, wie das Bayreuther Tagblatt am darauffolgenden Tag vermerkt.

Zeitgenossen schwärmten, es sei ein schöner Anblick gewesen, wenn das königliche Paar im Landauer Wagen mit braunem Viererzug, Vorreiter, Kutscher und Lakaien ausfuhr, oder ausritt, begleitet von Cavalier und Hofdame, in respektvollem Abstand einige Reitknechte. Rund 20 km sind es von der Eremitage nach Thurnau, eine Strecke, die die gut trainierten Pferde des Kgl. Marstalls in zweieinhalb Stunden bewältigen konnten. So trafen die Ausflügler am Sonntag 27. August nachmittags, vermutlich zur Teezeit, in Thurnau ein.

Carl Graf Giech, ein liberaler Reformer und Begründer der Giech’ schen Sammlungen, hatte, wie erwähnt, sein Haus und die darin seit Generationen gehüteten Schätze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den Besuch des griechischen Königspaars im Exil erlebte Graf Giech leider nicht mehr. Er war zwei Jahre zuvor gestorben.

Seine Witwe Franziska (Fanny) Gräfin Giech (1813-1872), eine geborene Bismarck-Schierstein, trug nun die Hauptverantwortung für den umfangreichen Besitz. Sohn Carl Gottfried war zu der Zeit knapp 18 Jahre alt, die drei Töchter Anna, Caroline und Julia noch minderjährig. Der Besuch der Majestäten war aus Rücksicht auf Gräfin Fanny kurzgehalten. Die verwitwete Gräfin empfing die Gäste ganz in schwarz und sei voller Traurigkeit gewesen. Nicht nur ihren geliebten Mann hatte sie verloren, sondern ein halbes Jahr zuvor auch dessen Schwester Louise Gräfin Giech (1789-1865), eine Stiftsdame, die der Familie sehr nahestand.

Einem Bericht zufolge, der aus der Feder von Amalie selbst stammt, oder von ihrem Bruder Großherzog Peter von Oldenburg, oder von einer Begleitung aus dem Tross, war die Gruppe zu groß, als dass alle hätten im Schloss empfangen werden können. Die Signaturen im Besucherbuch bezeugen jedenfalls, dass Otto und Amalie mit acht Hofleuten die Sammlungen besichtigten.

Wahrscheinlich interessierten sich die Majestäten vor allem für den sogenannten Ahnensaal. Wie üblich, wird sie der Kastellan über die ausgetretenen Sandsteinstufen des Schneckenturms hinauf in den obersten Stock des Hans-Georgen-Baus geleitet haben. Hier betraten sie den Vorraum, ausgestattet mit Prunkmöbeln, Jagdgewehren, Hirschgeweihen und Rüstungen, um dann den Saal mit den lebensgroßen Bildnissen zu durchschreiten.

An den Wänden mit roter Wandbespannung hingen in dieser Zeit mehr als 300 Porträts der Giech und bedeutender Vertreter ihrer Verwandtschaft. Die eingeheirateten Frauen fanden erst ab dem 17. Jahrhundert ihren Platz an der Seite der Giech’schen Familienoberhäupter. Auch hochrangige, aber nicht verwandte Persönlichkeiten fanden Eingang in den Thurnauer Ahnensaal.

Womöglich warf die Gruppe noch einen Blick in die Bibliothek am Ende des Saals mit 3000 Bänden, Schwerpunkt Mittelalterliches Recht. Für die Waffensammlung in der Kemenate sowie Siegelsammlung, Münzsammlung, Porzellansammlung und die Sammlung archäologischer Fundstücke und Naturaliensammlung in den Thurnauer Ecktürmen dürfte die Zeit nicht gereicht haben.

Eigenhändig trägt sich Königin Amalie in das Besucherbuch ein und signiert für ihren Gemahl König Otto gleich mit.

Acht Hofleute der Begleitung schreiben sich ebenfalls ein. Sie notieren ihre Position bei Hofe und den Herkunftsort. Mit Hilfe der Transkriptionsexpertin Felicitas Kolb und Prof. Dr. Jan Murken, dem Leiter des Otto-König-von-Griechenland-Museums in Ottobrunn, gelang mir die vollständige Identifizierung des Gefolges:

Aspasia Karpuni, erste Hofdame der Königin Amalie, spätere Baronin von Schrottenberg. Amalies Hofdame Carola Freiin von Podewils, die den Posten der nach Griechenland heimge-kehrten Maria Grivas übernommen hatte, Major Joannis Drakos, Flügeladjutant König Ottos. Drakos datiert den Besuch nach dem julianischen Kalender auf den 4. August 1865. Darunter zeichnen Rittmeister Joseph Menner aus München, Kammerlakei Epaminondas Christou aus Lefkada, Johann Meyer aus Eutin Neukirchen, Friedrich Schild aus Oldenburg, und der zum Königlichen Marstall gehörige Kutscher Johann Gründl aus Tettenweis, Niederbayern.

Die Namen der beiden aus dem Oldenburgischen verweisen darauf, dass Großherzog Peter mit von der Partie war. Wie das Bayreuther Tagblatt weiter informierte, fuhren die Ausflügler noch nach Sanspareil. Auf der rund 10 km langen Strecke lagen mehrere Giech’sche Dörfer – Menchau, Leesau und Großenhül. Königin Amalie und ihre Hofdamen, eine auffallende Gesellschaft, erfreute sich an der lieblichen Landschaft und den freundlichen Dörfern. Eine Bäuerin habe der Königin, ohne sie zu erkennen, einen Krug Milch gereicht. Großherzog Peters Eintrag fehlt im Besucherbuch. Er hatte mit seiner Reiterei im Thurnauer Schlosshof gewartet und war dann nach Sanspareil vorausgeritten. Auf der Wiese vor Sanspareil, am Buchenhain, konnten die Pferde rasten. Die Heimkehr über holprige Wege sei zügig erfolgt, so dass man zum Abendessen wieder in der Eremitage anlangte.

Aber zurück in die aufgeklärte Gegenwart. Wer fühlt sich heute verantwortlich, das verschlossene und verborgene Kulturgut nach all den Jahren für die Öffentlichkeit und die Forschung zugänglich zu machen? Kreisheimatpfleger Uwe Franke spricht vielen aus dem Herzen, wenn er den Erhalt der Sammlungen für den Markt Thurnau wünscht, „…aus Dankbarkeit und Respekt vor unserer Vergangenheit, aus Freude, heute damit umgehen zu können und als Geschenk für unsere Nachkommen.“

Was bürgerschaftliches Engagement angeht, so ist für mich die Gemeinde Ottobrunn ein Vorbild. Sie hat in Rathausnähe, auf kleinstem Raum, ein für Bayern einzigartiges, nicht-staatliches Museum eingerichtet, das Otto-König-von-Griechenland-Museum.

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Thüre  
Abb.1: Die „Thüre“ von 1861 Foto: Anita Eichholz, April 2023


Landrat  
Abb.2: Landrat Klaus Peter Söllner, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Gräflich Giech’schen Spitalstiftung, beim Festakt in Thurnau. Foto: Björn Karnstädt, Presse Landratsamt Kulmbach.



ASwenson  
Abb.3: Prof. Dr. Astrid Swenson in ihrem Büro im „Musikzimmer“ in Schloss Thurnau. Foto: Anita Eichholz

 
Maj  
Abb.4: Otto und Amalie in Reisekleidung 1867. Foto: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes Hausarchiv.

Thurnau  
Abb.5: Farbige Ansichtskarte von Schloss Thurnau um 1910 mit Segenswünschen von Caroline Gräfin Giech. Foto: Archiv Anita Eichholz.


 

 
Buchnah  
Abb.6: Königin Amalies handschriftlicher Eintrag im Besucherbuch für sich und ihren Mann König Otto von Griechenland am 27. Aug. 1865 sowie Signaturen des Gefolges. Bibliotheca Giechiana, Inv.-Nr. 2177. Foto: Alexander Matthes

Aspasia  

Drakos  
Abb.7 und 8: Aspasia Karpuni, Hofdame der Königin Amalie und Major Joannis Drakos, Flügeladjutant König Ottos. Fotos: Staatsbibliothek Bamberg


 

 

 
Ausschnitt aus dem Artikel von Anita Eichholz in Schaudichum Nr. 36, Weihnachten 2022
 
Der Gläserne Lift
Zur Zukunft der Gräflich Giech’schen Sammlungen

von Anita Eichholz


„Ein Besuch in Thurnau ist wie eine beeindruckende Reise in die Vergangenheit: Schloss und historischer Ortskern versetzen uns zurück in eine andere Zeit“, sagte Markus Blume, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, im Oktober 2022 bei der Übergabe des Förderbescheids für Sanierungsmaßnahmen am Schloss. „Die historischen Gemäuer sind nicht dem Dornröschenschlaf anheimgefallen, sondern heute lebendige Orte für Geselligkeit und Wissenschaft.“

Tatsächlich ist der Markt Thurnau ein sehr lebendiger Ort geworden. Vor drei Jahren zog das Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bayreuth und Bamberg als Mieterin der Gräflich Giech’schen Spitalstiftung in das Schloss ein. Überall waren umfangreiche Bauarbeiten nötig gewesen. Das Fundament des Künßberg-Baus musste teilweise mit Beton stabilisiert, das Innere statisch ertüchtigt werden. Der historische Arkadengang im Unteren Hof wich einer spiegelnden Glasfassade.

Ein moderner Lift führt in die Räumlichkeiten des Instituts. Im Frühjahr 2022 fand hier eine Ausstellung statt, im Mittelpunkt die ehemalige Thurnauer Schuhfabrik. Sie wurde im November 1945 von zwei mutigen Frauen gegründet, die wegen der Bombenangriffe im 2. Weltkrieg Berlin verlassen mussten: Elisabeth Becker und Liselotte Küper. Beide zogen kurz nach Kriegsende erfolgreich aus kleinsten Anfängen eine Schuhfabrik in der Nähe des Bahnhofs Thurnau hoch. Nach 41 Jahren und 3 Monaten musste der Betrieb schließen, er war der preiswerten ausländischen Konkurrenz nicht gewachsen. Benedikt Martin Ertl und Dr. Marcus Mühlnikel, die Kuratoren der Ausstellung, zeigten an diesem Beispiel anschaulich den Strukturwandel in Oberfranken. Das Interesse war groß. Wer im Lift keinen Platz fand, nahm die Wendeltreppe.

[[….]] Für die Sanierung von Schloss Thurnau sollen inzwischen rund 30 Millionen Euro geflossen sein. Aber wer kennt noch die Gräflich Giech’schen Sammlungen, die einst hier ausgestellt waren? Wer spricht vom ehemaligen Inhalt des Schlosses und welche Schätze es einst barg? Dazu gehörten eine 20 000 Bände umfassende Bibliothek, darunter viele Erstausgaben, Ahnenbilder aus drei Jahrhunderten, Möbel, Silber, Rechtsaltertümer, Münz- und Siegelsammlung, Autographen- und Porzellansammlung, ebenso wie Naturaliensammlung und archäologische Fundstücke. Dazu eine Waffensammlung, aber dazu später.

Der liberale Reformer Carl Graf Giech (1795-1863), Gründer der Thurnauer Sparkasse, hatte als einer der ersten unter seinen Standesgenossen, die Pforten seines Schlosses für Besucher geöffnet. Der „Mehrer“, wie ihn die Familie nannte, machte seine über die Jahrhunderte zusammengetragenen Besitztümer sichtbar für die Öffentlichkeit. Von 1857 bis 1938 waren die Gräflich Giech’schen Sammlungen für die interessierte Bürger-schaft im Schloss zugänglich. Jeder, der anständig gekleidet war, konnte sich beim Torwart am Oberen Tor für eine Führung anmelden. Und das Interesse war groß, wie das Besucherbuch – drei Bände mit rund 6.800 Einträgen – beweist. Allein dieses Besucherbuch ist eine Fundgrube für die Forschung. Bereits darin entdeckt: der handschriftliche Eintrag von Königin Amalie von Griechenland für sich und ihren Gemahl König Otto von Griechenland vom 27. August 1865. Darunter acht Unterschriften von griechischen und fränkischen Hofleuten der Bamberger Exilhofhaltung.

Eine besondere Attraktion für die Besucher war die Ahnen-galerie. Ein Verzeichnis von 1861/62 kommt auf den Gesamtbestand von über 300 Bildnissen. Zeitzeugen, die die Ahnengalerie noch mit eigenen Augen sahen, werden rar. Die 80-jährige Verena Hiller von Gaertringen, eine Ururenkelin des Sammlungsgründers, aufgewachsen in Schloss Thurnau, erinnert sich:

„Vor dem Ahnensaal in der 2. Etage des Hans-Georgen-Baus, sah man zuerst das Schild mit einem Satz aus dem Hausgesetz des „Mehrers“ vom 5. März 1855. Man betrat den Saal und fühlte sich wie in einer Zauberwelt. Ein Stammbaum erstreckte sich über die gesamte Saalbreite, die einzelnen Generationen durch Ranken mit einander verbunden. Als letzte Giech standen ganz unten meine Großmutter Caroline, meine Großtante Agnes und mein Großonkel Karl Friedrich Lothar. Die gerahmten Bilder hingen dicht an dicht auf bordeauxrot tapezierten Stellwänden. Angefangen bei dem Porträt von Wolf Förtsch bis hin zu einer Generation vor meiner Urgroßmutter, der Gräfin Marie, geb. Hegnenberg-Dux. Rechts und links standen Vitrinentische, schön beleuchtet. Auf der einen Seite sah man in den Hof, auf der anderen auf den Brandplatz in Richtung Rentamt. [[…]]“

Verenas älterer Bruder, Johann Christian Freiherr Hiller von Gaertringen (1941 – 2008), übertrug 1972 das Eigentum am gesamten Schloss Thurnau der Gräflich Giech’schen Spitalstiftung, die ursprünglich nur karitativen Zwecken diente. Seinen Wohnsitz verlegte er nach Weiher bei Hollfeld. Dort fanden die gesamten Sammlungen, die Bibliothek und das vorher im Künßbergflügel untergebrachte Archiv Platz. Das Archiv verkaufte Johann Christian 2003 von Australien aus an das Staatsarchiv Bamberg. Ins Schloss zog 1977 das Forschungsinstitut für Musiktheater (FIMT) ein, ab 1984 war das Schloss „besenrein“ geräumt. Baron Johann Christian, mittlerweile in Australien lebend, nahm seine Aufgabe als Stiftungsvorstand der Giech’schen Spitalstiftung kaum wahr, was zu erheblichem Ärger führte, insbesondere bei der Sanierung des Schlosses. Nicht von unge-fähr erhielt die Giech’sche Spitalstiftung 1998 eine neue Satzung unter Federführung der Regierung von Oberfranken. Aus der von der Familie dominierten wurde eine öffentlich dominierte Stiftung. Den Vorsitz der Stiftung führt seitdem der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner. Im Sommer 2021 zog sich Karl Hiller von Gaertringen, der älteste Sohn des verstorbenen Barons, und einziger Vertreter der Familie, aus der Stiftung zurück. Seit 2011 war er zugewähltes Mitglied im Stiftungsrat, einem Ehrenamt. Das wichtigste Anliegen, nämlich das Thurnauer Schloss wieder mit den historischen Sammlungen zu füllen, erreichten er und seine Geschwister bislang nicht.

[[…]] Baron Johann Christian, der letzte „Herr auf Thurnau“ starb 2008 in Australien. Zuvor hatte er Schloss Weiher verkauft und auch der Mietvertrag lief aus. Fiona David, seine vierte Ehefrau, war die Alleinerbin. Die Sammlungen erwähnt er im Testament mit keinem Wort, aus gutem Grund. Sie gehören laut Hausgesetz von 1855 „unveräußerlich“ zum Haus und unterliegen dem von seinem Vater Karl Gottfried Hiller von Gaertringen (1906-1944) per Testament von 1942 bestätigten Veräußerungsverbot. Fiona David überließ nun die seit Jahrzehnten eingelagerten Giech’schen Sammlungen den Kindern des Barons Johann Christian – drei Söhnen und vier Töchtern. Von den sieben Geschwistern, alle längst erwachsen, gingen die ersten Impulse zur Erhaltung der historischen Sammlungen in ihrer Gesamtheit aus.

Hans Georg Freiherr Hiller von Gaertringen, der jüngste der Söhne aus der ersten Ehe des Barons mit Christa Freiin von Thüngen, sowie sein Bruder Karl, machten sich an die mühevolle Arbeit der Sichtung. Mit der Ausstellung „Aufgewacht!“ 2015 im Töpfermuseum Thurnau gaben sie einen viel beachteten Einblick in die bis dahin unzugänglichen Schätze. (Hans Georg und Karl Hiller von Gaertringen, (Hrsg.): Aufgewacht! Die Sammlungen der Grafen Giech aus Schloss Thurnau, Berlin 2016.)

Ihr erklärtes Ziel: die Rückführung der Giech’schen Sammlungen ins Schloss, etwa in die Kemenate. Seitdem gab es Verhandlungen, wobei die bevorzugte Lösung der Familie die Form der Dauerleihgabe unter Beibehaltung der Sammlungen als Privateigentum war. Die Giech’sche Spitalstiftung, Eigentümerin des Schlosses, sieht sich aber bis heute nicht in der Lage, für Einrichtung und Unterhalt der Schätze mit allen Folgekosten, wie etwa Versicherungen, aufzukommen.

[[….]] Es wäre im Sinne des vorausschauenden Reformers Carl Graf Giech, die historischen Sammlungen im „Haus“ zu behalten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. 2003 verhinderte der Freistaat mit dem Erwerb des Giech’schen Archivs die drohende Abwanderung nach Australien. Warum sollte diese Überlegung nicht auch für die aktuell eingelagerten Giech’schen Sammlungen gelten? Das Bundesgesetz zum Schutz von Kulturgut (Fassung 2016) nennt die Voraussetzung für einen Eintrag in das entsprechende Verzeichnis. Das Kulturgut muss bedeutsam sein „…für das kulturelle Erbe Deutschlands, der Länder oder eines seiner historischen Regionen und damit identitätsstiftend für die Kultur Deutschlands“. Die Giech’schen Sammlungen sind identitätsstiftend, darin ist man sich einig. Wenn nicht bald etwas geschieht, drohen Verkauf und Abwanderung. Oder, nicht minder schlimm, Beschädigung und Verfall in nicht adäquater Lagerung.

Welche Schätze da verloren gehen, wird deutlich an einem kleinen Büchlein mit Zeichnungen von Gesellschaftstänzen aus dem 18. Jahrhundert. Prof. Dr. Martin Ott, Direktor des Instituts für Fränkische Landesgeschichte, entdeckte es in der eingelagerten Bibliothek. Dr. Silvia Bier, Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Musiktheater (FIMT) initiierte daraufhin ein Fest im Ahnensaal mit Musik und Tanz in historischen Kostümen. Wenn ein Griff in die Bibliotheca Giechiana solch vergnügliche Folgen zeitigt, was gäbe es da noch alles zu entdecken!

Nach den Umwälzungen von 1848, dem Übergang zu einer bürgerlichen Gesellschaft, erließ Carl Graf Giech 1855 das bereits erwähnte Hausgesetz. Das Kapitel III enthält die Paragrafen über die „Untheilbarkeit und Unveräußerlichkeit des Haus- und Stammvermögens“ mit einer langen Liste über das „unveräußerliche Stammgut.“ Insbesondere die „Familienbilder“ sollten von keinem Nachkommen jemals verkauft werden dürfen.

[[…]] Die Ausstellung Aufgewacht! im Thurnauer Töpfermuseum 2016 machte Hoffnung. Die Wissenschaft etablierte sich im Schloss und unter https://grafengiech.hypotheses.org/ wird detailliert auf die in den Sammlungen enthaltenen Kulturschätze aufmerksam gemacht. Blog-Beiträge liefern vor allem Hans Georg Hiller von Gaertringen und Harald Stark, hauptberuflich Kastellan auf der Plassenburg. Doch wie geht es weiter mit dem historischen Kulturgut?

Der Markt Thurnau und die Stiftung können kein museales Konzept finanzieren, daran werde sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern, betonte Stiftungsvorstand Klaus Bodenschlägel in einem Gespräch. Die Schätze könnten nicht, wie einmal angedacht, an den angestammten Platz im Schloss einziehen. Alles – Möbel, Bücher, Porzellan, Mineraliensammlung, Gemälde – benötige eine angepasste, unterschiedliche Klimatisierung. Die Kemenate sei nur im Sommer verwendbar, im Winter würde bei nachträglicher Beheizung der Räumlichkeiten der Sandstein Schaden nehmen. Bei den Ahnenbildern sei eine Wechselausstellung mit verschiedenen Schwerpunkten denkbar. Ziemlich weit diskutiert war die geplante Eingliederung der Bibliotheca Giechiana und weiterer Buchbestände in die Bibliothek des Instituts für Fränkische Landesgeschichte bzw. der Universität Bayreuth. Es käme auf die Überlassungsmodalitäten an, sagt Bodenschlägel. Über die Universität Bayreuth könnten die Bücher katalogisiert, digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Präsenzbibliothek sei denkbar, verursache allerdings intensive Personal- und Versicherungskosten. Der Vorschlag seitens der Familie, die Bibliothek als eine auf mindestens 30 Jahre angelegte Leihgabe ins Schloss zu bringen, kommt für die Stiftung nicht in Frage. Wenn alles schön katalogisiert, digitalisiert und für den Ausleihbetrieb eingerichtet ist, würden die Eigentümer womöglich den Vertrag nicht verlängern? Das sei dem Steuerzahler nicht zumutbar, betonte Prof. Dr. Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth und Vorsitzender des Stiftungsrates der Giech’schen Spitalstiftung. Selbst wenn die Bibliothek als Schenkung an das Institut ginge, also ins Eigentum des Freistaats Bayern, bliebe noch erheblicher Finanzierungsbedarf.

Natürlich ist der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther, Mitglied im Stiftungsrat, aktiv eingebunden. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, Landrat Klaus Peter Söllner gab er eine Machbarkeitstudie in Auftrag, gefördert vom Bayerischen Wissenschaftsministerium – der Landesstelle für nicht-staatliche Museen. Den Zuschlag erhielt die Würzburger Firma kulturplan von Dr. Bettina Keß. Unter der Leitung von Dr. Isabel Reindl, der Dienststelle Weißenburg der nicht-staatlichen Museen, entstand die Machbarkeitsstudie zur musealen Inwertsetzung der Giech’schen Sammlungen im Schloss Thurnau. Die Studie ist seit 2019 fertig, konnte aber wegen Coronabeschränkungen, aus Zeit- und Personalmangel bislang nicht der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Sie enthält verschiedene Fachgutachten und konkrete Vorschläge zur Lösung der Probleme: Unterbringung der Sammlungen, Betrieb, Kompensation, Relevanz. Wie sieht ein vernünftiges, tragfähiges Konzept aus, mit wieviel staatlichen bzw. von privaten Sponsoren oder Institutionen geleisteten Zuschüssen pro Jahr kann gerechnet werden? Ein stabiler Träger wird gesucht, ein Kompromiss, ausgehandelt mit Mut und Entschlossenheit auf allen Seiten.

Der Gläserne Lift in Vergangenheit und Zukunft steht bereit. Es fehlt nur jemand, der ihn entschieden in Fahrt setzt.
 


 

 

 

 

 
   
Glasfassade 
 
Der untere Hof von Schloss Thurnau mit der Glasfassade am Künßbergbau und dem Treppenturm zur Kemenate.
 
Foto: Anita Eichholz

 
Lift
 
  
 An den Wappen der Künßberg, Förtsch und Giech vorbei, geht es mit dem gläsernen Lift hinauf in den Künßbergbau, in die Räume des Instituts für Fränkische Landesgeschichte.
 
Foto: Anita Eichholz 2022.
 

 

  Thurnau  
  Ansichtskarte von Schloss Thurnau, handschriftlich von Caroline Gräfin Giech (1881-1968) an Baronesse Carola Roman, Tochter des Regierungspräsidenten von Oberfranken Rudolph von Roman.
Eingangsstempel Präsidium: Bayreuth 9. Dez. 1902.
 
Foto: Anita Eichholz
 

Der Thurnauer Schlosspark: Aufgeweckt!
von Anita Eichholz
Giechgarten 1

Abb.1: Der Gräflich Giech’sche Schlossgarten. Im Uhrzeigersinn: Orangerie, Teehaus mit Springbrunnen, Lindenallee und auf Kante geschnittene Buchenallee. (Ansichtskarte um 1900)

Ursache für den mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Dornröschenschlaf war kein Stich mit der Spindel, sondern ein Unwetter, ein wahrer Taifun, der im Mai 1968 Thurnau verwüstete. [...]
Der 26jährige Baron Johann Christian Hiller von Gaertringen, unterwegs in seinem Bayreuther Forst, hörte plötzlich ein schreckliches Dröhnen. In Todesangst lief er aus dem Wald. Zuhause angekommen, sah er die immensen Schäden, die der Windwurf angerichtet hatte. Er entschied, im Schlosspark die Natur sich selbst zu überlassen.

[...]

Der Prinz, der den Gräflich Giech’schen Schlossgarten aus dem Dornröschenschlaf erweckte, heißt Martin Bernreuther, amtierender Bürgermeister von Thurnau.
 
Anita Eichholz: „Wie gelang das Wunder, nach so vielen Jahren das unzugängliche Schlossparkgelände zu erwerben?“
 
Martin Bernreuther (lacht): „Ein Wunder, wunderhaft war das jetzt für uns eigentlich gar nicht. Wir haben nichts anderes gemacht, wie in anderen Fällen auch. Wir haben mit dem Eigentümer verhandelt, beziehungsweise über Kontakte und Mittelsleute von den Eigentümern Verhandlungen geführt und sind uns dann nach einigen Gesprächen nähergekommen. Irgendwann haben wir uns an dem Punkt getroffen, wo das für beide Seiten Okay war, der Preis. Letztlich geht es immer um den Preis.“
 
Es ging aber auch um die Idee, um das Konzept, das in früherer Zeit gefehlt haben mochte. Um an Fördergelder zu kommen, galt es, die veränderte Struktur des Parks, die darin angesiedelten Tiere und Pflanzen, den bedeutsamer gewordenen Naturschutz zu berücksichtigen. Schließlich konnte man der australischen Eigentümerin ein im Gemeinderat mit allen vier Fraktionen beratenes und einstimmig beschlossenes Park­entwicklungs­konzept vorlegen.
Der Ankauf erfolgte mit Mitteln des Bayrischen Naturschutzfonds, mit Geldern aus "Windkraftersatzleistungen".

[...]

Ich bedanke mich für das Interview und eile im Nieselregen den Oberen Markt hinauf zu meinem nächsten Termin bei Renate Bresler, Enkelin des Gräflich Giech‘schen Oberförsters und Tochter des Revierförsters. [...]
 
Von der Terrasse aus sind es etwa 10 bis 15 Meter bis zum ehemaligen Oberen Schlosspark. Renate Bresler verpasst mir ein Paar feste Laufschuhe, und wir gehen los, auf die offene, ungemähte Wiese.

Auf den Ankauf des oberen Parkteils legte die Naturschutz­behörde großen Wert. Der Baumbestand mit den wild nachgewachsenen Bäumen und Sträuchern ist naturschutz­fachlich als hochwertig eingestuft. Die Wiese lässt sich in Sachen Bio­diversität noch verbessern. [...]
 
Anschließend machen wir uns auf den Weg zur Lindenallee, von der Jean Paul (1763-1825) sagte: "In dir, du hehrster Laubdom Deutschlands, hätte Fichte seine Reden an das deutsche Volk halten sollen".

Die „Reden an das deutsche Volk“, waren im 19. Jahrhundert sehr bekannt. Sie basieren auf Vorlesungen, die Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) zur Zeit der Besetzung durch napoleonische Truppen in Berlin abhielt. Der Philosoph appellierte an seine Studenten, sie möchten sich auf ihr eigenes Ich, ihre ureigenen „deutschen“ Fähigkeiten besinnen. Seine 1808 gedruckten Reden hatten, obwohl vielfach missinterpretiert, große Wirkung.

[...]

Laut vorläufigem Entwicklungsplan, den mir Sandra Peters, zuständig für die Gemeindeentwicklung in Thurnau, sachkundig erläuterte, ist der Bereich der Lindenallee bereits als Biotop kartiert. Ein Weg soll an Stelle der ehemaligen Allee angelegt werden, vom Oberen Eingang am Rentamt bis zum Ausgang am Rondell. Für die projektierte Wiederherstellung von klassizistischem Teehaus und dem Bereich rund um das Springbrunnen­­rondell ist die Untere Denkmal­­schutz­behörde Kulmbach zuständig. [...]

Der Schlossweiher oder „See“ wie manche sagen, gehört nicht zu dem Gelände, das die Gemeinde Thurnau von der Eigentümerin erwarb. Hier dürfen Privatleute nach Karpfen angeln. Bestimmt wird die gesamte Schlossparkanlage anders aussehen als früher, große Teile des Parks werden ein geschütztes Ökosystem bleiben.

***

Schaudichum wird berichten, wie es weitergeht mit der Parkentwicklung. Vielleicht darf man schon in drei Jahren wieder in diesem einzigartigen Ensemble spazieren gehen. Der Markt Thurnau ist ein faszinierender Ort, darin sind sich alle einig, ob alter Adel oder demokratisch verfasstes Bürgertum.


 
Artikel "Der Thurnauer Schlosspark: Aufgeweckt!" von Anita Eichholz
in der vierteljährlich erscheinenden Bildschrift Schaudichum Nr. 31, Michaeli 2021,
8. Jahrgang
,
Preis der Bildschrift 4,50 €.
Die Bildschrift ist zu beziehen über
info@kulturlebenraum.de
siehe auch www.kulturlebenraum.de/schau-dich-um/
Lindenallee

Abb.: Der Obere Eingang in die Lindenallee im Juli 2021. Kein Durchkommen möglich.


 

 
Bernreuther

Abb. 2: Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) im Veranstaltungssaal des Alten Rathauses von Thurnau am 15. Juli 2021.


 

 
R.Bresler

Abb. 3: Renate Bresler zeigt den ehemaligen Oberen Schlossgarten. Sie blickt zu den alten Bäumen in Richtung Lindenallee und Schlossweiher im Westen. Ziemlich genau steht sie an der Grenze zwischen dem 2021 erworbenen Flurstück (rechts) und dem nicht erworbenem in ihrem Rücken.


 
Aquarell

Abb. 4: Aquarell des Thurnauer Schlosses, 1982 in einer Drehpause gemalt von BR-Kameramann Franz Bauer.


   

Der Schriftsteller Arnold Stadler las am 17. Juni 2021 im Literaturhaus München aus seinem neuen Roman
"Am siebten Tag flog ich zurück - Meine Reise zum Kilimandscharo".
Moderation: Cornelia Zetsche (BR).
Foto: © Anita Eichholz 2021.

stadler



   
"Irmgard von Künßberg, Lebensbilder aus Siethen und Wernstein"
Hrsg. Anita Eichholz, Epubli Verlag, aktuelle Ausgabe August 2021

468 Seiten, zahlreiche Abbildungen aus Familienbesitz.
Neue ISBN 978-3-750268-87-6
Preis: 26,80 €

bestellbar über den Buchhandel,
und bei Amazon: www.amazon.de

www.anita-eichholz.de
anita.eichholz@t-online.de
Cover Irmgard von Künßberg

Abb.: Irmgard von Künßberg:
Lebensbilder aus Siethen und Wernstein,
Hrsg. Anita Eichholz, 2020  

Ein Interview mit Anita Eichholz finden Sie auf YouTube. Einfach bei Google unter „Lesung im Schloss Siethen“ suchen und es erscheint der YouTube-Bericht.
 
30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung erscheint eine Jubiläumsausgabe der „Lebensbilder aus Siethen und Wernstein“ (Erstausgabe 2013).
Irmgard Badewitz wurde 1898 in Berlin geboren und wuchs auf in Siethen in der Mark Brandenburg. Um die Erinnerungen an ihr Siethener Leben zu bewahren, widmet sie den prägenden Gestalten ihrer Kindheit und Jugend, wie ihrer Kinderfrau Olga, ihren Eltern und Großeltern, aber auch den Angestellten und den Dorfbewohnern Siethens liebevolle Charakterstudien. Nach einer Ausbildung als Sängerin, unter dem Eindruck des 1. Weltkriegs, beschloss sie, Krankenschwester zu werden. Im Jahr 1926 heiratete sie Max Freiherrn von Künßberg, der ihr in Schloss Wernstein, dem Stammsitz des fränkischen Uradelsgeschlechts, ein neues Wirkungsfeld bot. Baron Max, aus Tradition Forstwirt von Beruf, unterstützte ihre künstlerischen Interessen. Baronin Irmgard berichtet von gesellschaftlichen Kontakten in der weitläufigen Verwandtschaft und im Umkreis der Familie Wagner in Bayreuth.
Eingehend beschreibt sie, wie die Familie das Ausbreiten des nationalsozialistischen Regimes auf den Wernsteiner Alltag zu verhindern suchte. Bei der Beerdigung ihres Vaters Dr. Gottfried von Badewitz im Januar 1944 sah sie Siethen zum letzten Mal. Exemplarisch wird deutlich, mit welchen Verlusten die Menschen dieser Generation fertig werden mussten. In Schloss Wernstein fanden zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Verwandte und zahlreiche Flüchtlinge erste Zuflucht, darunter Familie Eichholz. Herausgeberin und Mitautorin Anita Eichholz, geb. 1943 in Ostpreußen, verdichtet die Erinnerungen ihrer Patentante zu einem spannenden Stück Zeitgeschichte. Für eine Reise in die alte Heimat nach der Wiedervereinigung fühlte sich Baronin Künßberg zu alt. Es sind ihre „Lebensbilder,“ die die Verständnisbrücke in die Vergangenheit bauen.
 
Die Jubiläumsausgabe vom Januar 2020 enthält zahlreiche Fotos aus Familienbesitz, Nachworte der Herausgeberin, Stammtafeln und ein umfangreiches Personenregister.

 


 
Von Golkowitz nach Wernstein:
"Tagebuch der Marianne von Lieres und Wilkau (1940-1946)"
  
  
Buchcover Tagebuch

Abb.: Cover Tagebuch der Marianne von Lieres

Flucht

Abb.: Flucht 1945

 

Das von Anita Eichholz transkribierte und in Buchform herausgegebene Tagebuch der Marianne von Lieres stellt ein erstaunliches, authentisches Dokument aus bewegter Zeit dar. Es ist versehen mit Familienfotos und Fotos der Herausgeberin von Mariannes originalen Bleistiftzeichnungen.
 
Mit ihren Eltern Lona und Constantin von Lieres und den Geschwistern Waldemar und Gert lebte Marianne im oberschlesischen Golkowitz, 1937 umbenannt in Alteichen. Ihre Eintragungen beginnen am 1. September 1940, vier Tage nach ihrem 10. Geburtstag, zu dem sie von ihrer Mutter Lona das rot eingebundene, unlinierte Büchlein geschenkt bekommen hatte. Die Jahre 1941 und 1942 ließ Marianne aus. Ab 1943, als Fahrschülerin in das Mädchenlyzeum in Kreuzburg/Oberschlesien, heute Kluczbork, führte sie die Einträge fort. Sie beschreibt den Schulalltag und ihre Freundschaften.
 
Marianne vertraut ihrem Tagebuch ihre Gedanken und Gefühle an, wie ein ganz normaler Teenager ihrer Gesellschaftsschicht. Als besonders schön erlebte sie die Ferientage bei ihrer Großmutter Gerta von Willich in Gorzyn, Kreis Birnbaum im Bezirk Posen. Mit ihrer Cousine Felicitas von Willich genoss sie herrliche Tage am Gorzyner See.
 
Nachdem ihr Bruder Waldemar 1943 an der Ostfront gefallen war, wird ihr Ton ernster. Sie weiß, da draußen in der Welt toben die „Schlachten des Alltags“. Dann, fast zu spät, erhält Familie von Lieres im Januar 1945 die Treckerlaubnis in den Westen. Ziel sind die Verwandten von Künßberg in Schloss Wernstein bei Kulmbach/Oberfranken. Dort trifft ein Teil der Familie im Februar 1945 ein, der stark dezimierte Gutstreck erst später. In der zusammengewürfelten Schicksalsgemeinschaft aus adeliger Verwandtschaft und anderen Flüchtlingen erlebt Marianne in Wernstein ihren 15. Geburtstag, der erste Geburtstag nicht in ihrem „Zuhause“. Im September zieht die Familie von Wernstein ins nahe Schmeilsdorf. Mit überraschender Klarheit und Beobachtungsgabe beschreibt Marianne die Alltagssituation im amerikanisch besetzten Bayern.
 
Im Februar 1946 hatte sich Marianne so weit gefasst, dass sie in ihrem Tagebuch die Erlebnisse während des Trecks von Golkowitz nach Wernstein rekapituliert. Ihr bewegender Bericht und ihr Tagebuch enden mit einem eingeklebten Foto von Schloss Golkowitz, darunter setzt sie hochdramatisch ein Schillerzitat: „Auch das Schöne muss sterben!“
 

 
 

Tagebuch der Marianne von Lieres und Wilkau (1940-1946),
Marianne Kreutzer (Aut.), Anita Eichholz (Hrsg.),
Berlin Juli 2019, 72 S., 18 Abb.,
ISBN 978-3-748571-59-9.

Das Buch ist für den Preis von 15,- € erhältlich:
 
-- in der Buchhandlung Friedrich, Holzmarkt 12, 95326 Kulmbach, Tel. 09221-4776
-- oder allgemein über den Buchhandel
-- oder bei www.epubli.de/shop/buch/Tagebuch-der-Marianne-von-Lieres-und-Wilkau-1940-1946-Anita-Eichholz-9783748571599/88588

-- oder bei www.amazon.de/Tagebuch-Marianne-Lieres-Wilkau-1940-1946/dp/3748571593/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C5M%C5%8E%D5%D1&keywords=anita+eichholz&qid=1563886100&s=gateway&sr=8-6

-- oder direkt bei anita.eichholz@t-online.de.

www.anita-eichholz.de
 

 
 
"Zeitreise mit Lona von Lieres und Wilkau (1896-1979)"
 
DVD Anita Eichholz, 2018, 50 Min.
 

Lona von Lieres, geborene von Willich-Gorzyn, filmte auf 8 mm Film­material ohne Ton. Es wurde für diese Dokumen­tation digita­lisiert, ediert, vertont und mit einem Kommentar­text versehen. Lona v. Lieres verdanken wir die Zeit­reise, beginnend 1940 mit unersetz­lichen Aufnahmen von Herren­haus und Gut Golkowitz in Ober­schlesien und ihres Eltern­hauses in Gorzyn, Provinz Posen. Es scheint eine friedliche Welt gewesen zu sein. Doch hinter den Bildern ahnt man die Sorgen und Verluste des 2. Weltkriegs.
 
Erst sehr spät, Mitte Januar 1945, kann die Familie aus Golkowitz lostrecken. Die Flucht führt über ihr Gut Boberhof, Kreis Löwenberg, und durch das Sudetenland. Ziel sind die Verwandten Max und Irmgard von Künßberg in Schloss Wernstein in Ober­franken. Mit zahlreichen anderen Flüchtlingen findet Familie von Lieres in Wernstein und im nah gelegenen Schloss Schmeilsdorf Zuflucht. Trotz des Verbots der U.S.-Militär­behörde behält Lona ihre Kamera und filmt weiter. Tatkräftig und mit viel Einfalls­reichtum sorgt sie für Lebens­unterhalt und Aus­bildung der Kinder. Ihr Mann Tin starb bereits 1949. Nach dem Krieg war der Familien­­zusammen­halt besonders wichtig, mit verwandten aber auch fremden Flüchtlingen. Es entstanden einzig­artige Aufnahmen mehrerer Genera­tionen. Auch Schloss Eyrichshof bei Ebern, das Elternhaus der Gerta von Willich, geb. Freiin von Rotenhan, spielt in dieser Film­dokumen­tation eine Rolle. Lonas Lebensmut und Begeisterung für alles Schöne durchziehen den Film. Wer wissen will, wie man den Verlust von Angehörigen und der Heimat überwindet, findet hier möglicher­weise eine Antwort.
 
Buch und Regie: Anita Eichholz; Edit: Corina Dietz; Musik und Mix: Hans Heyne; Sprecherin: Beate Himmelstoß.
 
© DVD Anita Eichholz, 50 Min., Preis: 35,- € plus 2,95 € Porto u. Verpackung;
Bestellungen per E-Mail: anita.eichholz@t-online.de oder
Tel. +49-(0)89-281619.

Zeitreise Lona von Lieres

Abb.: Zeitreise Lona von Lieres
Foto:
Cover

Zeitreise Lona von Lieres Innen

 
 
Hinweis:
 
Mitwirkung von Anita Eichholz an der ZDF-Filmdokumentation:
"Unsere Mütter, unsere Großmütter - Frauen im Krieg" mit Filmmaterial der schlesischen Gutsherrin Lona von Lieres und Wilkau.
 
https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-history/unsere-muetter-unsere-grossmuetter-frauen-im-krieg-100.html/
 
Der Film ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.
 

Hinweis:   

Die Übersetzung von  Anita Eichholz von
Zelda Fitzgeralds Roman  "Save me the Waltz" (Schenk mir den Walzer, Rogner & Bernhard Verlag, 1984)
wurde im Februar 2022 vom Kampa Verlag Zürich als Taschenbuch neu herausgegeben.

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Auszug aus dem Nachruf auf Karl-Ludwig Freiherrn von Künßberg (8.06.1927 – 14.01.2022) von Anita Eichholz

„Schaudichum“ widmete 2020 Baron Karl-Ludwig ein vierteiliges Interview, in dem er auf sein Leben zurückblickte. Nun ist der Senior der Familie Künßberg am 14. Januar 2022 im gesegneten Alter von 94 Jahren im Forsthaus Wernstein gestorben. Der Gesichtsausdruck des Entschlafenen zeigte, wie gut er vorbereitet war. Sein ältester Sohn war es, der ihm die Hand gehalten und den Arzt gerufen hatte. Entsprechend der Familientradition bahrte man den Leichnam in der Halle des Oberen Schlosses Wernstein auf. Familie, Freunde und Verwandte konnten am offenen Sarg Abschied nehmen.
Eine Woche nach seinem Tod, am Freitag, den 21. Januar 2022 um 14.00 Uhr, versammelten sich die Trauergäste in der vom Licht vieler Kerzen erleuchteten Halle im Oberen Schloss Wernstein. Dort zelebrierte Priester Pollmann das Aussegnungs-Ritual der Christengemeinschaft. Wer in der Halle keinen Platz fand, folgte der Trauerfeier vom Höfchen aus, das noch mit einem Weihnachtsbaum geschmückt war. Es herrschte eine weihevolle, von christlicher Musik und Poesie getragene Atmosphäre…. Nachdem der Sarg auf den Schultern von zwei Söhnen, Schwiegersohn und Enkeln aus der Halle getragen worden war, setzte sich der lange Zug der dunkel Gekleideten und coronabedingt maskierten Trauergäste in Bewegung. Bei leichtem Schneetreiben ging es durch das Schwarzacher Tor, vorbei am verschneiten Schloss. Deutlich vernehmbar trug der Wind das Läuten der Veitlahmer Kirchenglocken herab. Weiter führte der Weg durch die Bärengasse zum Waldfriedhof im Eichholz…. Dort bildete der Posaunenchor Veitlahm sowie die Bläser des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach, den feierlichen Rahmen…
Nun ruht Baron Karl-Ludwig ganz oben auf dem Friedhof neben seiner vor ihm verstorbenen Frau Sabina, auf gleicher Höhe mit seinem Bruder Wolf-Heinrich, oberhalb seiner Großeltern Karl und Bessy von Künßberg, geb. v. Lerchenfeld, seiner Eltern Max und Irmgard von Künßberg, geb. v. Badewitz, seiner Schwiegereltern Wilhelm und Helene Kempff, geb. Hiller von Gaertringen, seiner ersten Frau Inge, geb. Kempff, seines Onkels („Ohm“) Gerhard v. Badewitz, sowie seines Onkels Werner und seiner Tante Emmi v. Badewitz. Nicht zu vergessen die früh verstorbene Enkelin Lisa v. Künßberg und Dr. Alexander Mier, Mitbegründer der englischen Camphill Community.
 
Baron Karl-Ludwig ist, umgeben von seiner Familie, in der geistigen Welt angekommen, so wie er es sich gewünscht hatte.

Wernstein  

 Abb.: Schloss Wernstein am Freitag, den 21. Januar 2022.

Imker 

 Abb.: Karl Ludwig v. Künßberg beim Interview über seine Arbeit als Imker.
 (Filmbeitrag für die BR-Redaktion Unkraut).
 Filmbeitrag und Foto: Anita Eichholz, 2008.


 
Auszug aus dem Nachruf von Anita Eichholz
in der vierteljährlich erscheinenden Bildschrift Schaudichum Nr. 33, Ostern 2022,
9. Jahrgang
,
Preis der Bildschrift 4,50 €.
Die Bildschrift ist zu beziehen über
info@kulturlebenraum.de
siehe auch www.kulturlebenraum.de/schau-dich-um/

Film (BR 2006, 45 Min.)  

"Zwischen König und Vaterland - Max Graf von Holnstein aus Bayern"

von Anita Eichholz

Das Buch zum Film erschien unter dem Titel:
 
"Zwischen Krone und Vaterland - Max Graf von Holnstein aus Bayern"

von Anita Eichholz

Epubli-Verlag Berlin Juli 2016, Preis 24,90 €, 36 Seiten, Farbdruck, ISBN: 978-3-7418-3010-5
Bestellbar über den Buchhandel oder bei www.epubli.de/shop/buch/54030 oder bei www.amazon.de.
 
 
 
 
GrafHolnsteinPorträt

Abb.: Buchcover "Zwischen Krone und Vaterland Max Graf von Holnstein aus Bayern"


Königin Amalie
   Anita Eichholz
"Königin Amalie von Griechenland.
Die tatkräftige Frau an König Ottos Seite."

Längst besteht kein Zweifel mehr, dass Königin Amalie von Griechenland, Herzogin von Oldenburg (1818 – 1875), eine vorbildliche Herrscherin war. Sie gehört in die Reihe der gebildeten, schönen Fürstinnen des 19. Jahrhunderts mit allen Eigenschaften einer guten Regentin. Sie besaß Menschenkenntnis, Durchsetzungsfähigkeit, eine humanistische Grundhaltung und persönliche Disziplin. Anita Eichholz vergegenwärtigt anhand zahlreicher Quellen und Abbildungen Amalies Jugend in Oldenburg als älteste Tochter des Großherzogs von Oldenburg, die Eheschließung mit dem bayerischen Prinzen Otto von Wittelsbach, den Aufbruch in das neu geschaffene Königreich Griechenland und den lebenslangen Einsatz für dieses Land.
 
Die erweiterte Fassung des Vortrags vom Dezember 2018 enthält auf 55 Seiten zahlreiche Abbildungen, insbesondere auch von Königin Amalies und König Ottos Exiljahren in Bamberg.
 
Nr. 24 der Schriftenreihe des Otto-König-von-Griechenland-Museums der Gemeinde Ottobrunn, herausgegeben von Prof. Dr. Jan Murken, Ottobrunn,
ISBN 978-3-9810707-4-6

Otto-König-von-Griechenland-Museum, Rathausstraße 3, 85521 Ottobrunn,
Öffnungszeiten: Samstags 10-13 Uhr und Donnerstags 15-18 Uhr.
 
www.ottobrunn.de/kultur-freizeit/freizeit-geniessen/koenig-otto-museum/

Abb.: Cover Königin Amalie von Griechenland


 
Jubiläumschronik
 
"125 Jahre Klinik Josephinum"

Gemeinsam mit den Herausgebern erarbeitete die Kulturhistorikerin Anita Eichholz einen Abriss der Geschichte des Josephinum und erforschte insbesondere die Anfänge der Privatheilanstalt Josephinum mit den Gründerpersönlichkeiten Dr. Guido Jochner und seiner Frau Olga, geborene Gräfin Tattenbach. Im Dezember 2018 erschien im August Dreesbach Verlag die Jubiläumschronik "125 Jahre Klinik Josephinum". Hier ist Anita Eichholz mit dem Beitrag "120 Jahre Vinzentinerinnen im Josephinum” vertreten. Im Unterschied zu ihrer Broschüre "Die Vinzentinerinnen im Josephinum München", in der sie die gesamte Geschichte der Vinzentinerinnen beschreibt, beleuchtet sie hier eindrucksvoll das unmittelbare Wirken der Schwestern in der Klinik.

 
 
Chronik Josephinum-125
 
Kunstführer

"Die Vinzentinerinnen im Josephinum München"
von Anita Eichholz

Verlag Schnell & Steiner GmbH Regensburg 2010

erhältlich bei www.amazon.de

Kunstführer Die Vinzentinerinnen)

 
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